Führungen: Jugendstil und Symbolismus im Landesmuseum Wiesbaden – Georg Lührig: Ein Meister aus Dresden – 22.05.26 – 17.01.27
Die Sonderausstellung ‚Jugendstil und Symbolismus – Georg Lührig: Ein Meister aus Dresden“ im Museum Wiesbaden zeigt die stille, eindringliche Bildwelt eines Künstlers zwischen dekorativer Form und symbolischer Tiefe. Georg Lührig, lange vergessener Dresdner Meister des Jugendstils und Symbolismus – seine geheimnisvolle Bildwelt und verlorene Monumentalwerke werden neu sichtbar.
Ich betrete die Ausstellung und sehe sofort die Verbindung von Ornament und Bedeutung. Gezeigt werden Werke von Georg Lührig, der um 1900 in Dresden gearbeitet hat. Seine Bilder stehen zwischen Jugendstil und Symbolismus.
Der Jugendstil bringt geschwungene Linien, flächige Formen und dekorative Elemente. Der Symbolismus sucht nach inneren Bildern, nach Traum, Mythos und seelischer Stimmung.
In den Werken verbinden sich beide Richtungen zu einer ruhigen, oft nachdenklichen Bildsprache.
Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist die Darstellung des Menschen in symbolischen Rollen.
Häufig erscheinen Frauenfiguren als Sinnbilder für Natur, Sehnsucht oder Vergänglichkeit.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Farbgestaltung, die gedämpft und bewusst reduziert wirkt. Diese Farben erzeugen eine stille Spannung und lenken den Blick auf Details.
Besonders sind die feinen Linien, die fast ornamental wirken und die Bildfläche strukturieren.
Auch die Themen Zeit, Traum und Übergang ziehen sich durch viele Werke. Man spürt den Einfluss der Kunst um 1900, aber auch eine eigene Handschrift.
Die Ausstellung zeigt nicht nur einzelne Bilder, sondern ordnet sie in ihren kulturellen Kontext ein. Dadurch wird sichtbar, wie eng Kunst, Gesellschaft und Gedankenwelt dieser Zeit verbunden sind.
Es ist keine laute Ausstellung, sondern eine, die Zeit verlangt.
Gerade darin liegt ihre Stärke. Sie lohnt sich, weil sie einen weniger bekannten Künstler präzise und verständlich erschließt.



