Lesung – Alexander Puschkin
„Der Goethe des Ostens“

„Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“
Lew Tolstoi „Anna Karenina“

Scherzen, Liebelei, Provokation
Erstaunliche künstlerische Vollkommenheit

„Ich liebte dich; und liebe wohl noch immer,
Denn ganz erstarb’s in meiner Seele nicht;
Doch möge dies Gefühl dich nicht bekümmern;
Ich stellte es nicht gern in schlechtes Licht.
Ich liebte schweigend, ohne Zuversicht,
Von Schüchternheit, von Eifersucht gequält;
Ich liebte dich so innig und so zärtlich,
Gott mit dir, wird der andre so beseelt..“

Alexander Puschkin

Natalja Gontscharowa

„Ich bin 27 Jahre alt, lieber Freund.

Mein bislang so stürmisches leben – in dem ich so viel umhergeirrt bin – mein unausgeglichener, eifersüchtiger, reizbarer, heftiger und zugleich schwacher Charakter – das ist es – was mir Momente qualvoller Überlegungen bereitet.

Soll ich – mit einem so traurigem Schicksal, einem so unglücklichen Charakter – das Schicksal eines so zarten und so schönen Wesens verknüpfen?

Mein Gott, wie ist sie hübsch!“

Alexander Puschkin – Brief an einen Freund

Natalia Alexandrowna Puschkina –
eine außergewöhnliche Lebensgeschichte

  • Natalja Alexandrowna lernte ihren Vater – Alexander Puschkin – nie kennen: er starb, als sie erst acht Monate alt war.
  • Ihre erste Ehe mit dem russischen General Michail Dubelt verlief unglücklich. Nach der Trennung lernte sie Prinz Nikolaus von Nassau kennen, den sie 1868 in London heiratete.
  • Natalja erhielt den Titel Gräfin von Merenberg und zog ein Jahr später mit ihrem Mann nach Wiesbaden.
  • Hier wurde ihr Haus zu einem Treffpunkt der russischen Gesellschaft. Zu ihren Gästen gehörte der Schriftsteller Iwan Turgenjew. Mit ihm sprach sie unter anderem über die Veröffentlichung von Briefen ihres Vaters Alexander Puschkin.
  • Mehr als vier Jahrzehnte lebte Natalja in Wiesbaden. So wurde Wiesbaden nicht nur zu ihrer neuen Heimat, sondern auch zu einem wichtigen Ort in der Geschichte der Familie Puschkin.

Prinz Philip – von Puschkin ins britische Königshaus

  • Was verbindet den russischen Dichter Alexander Puschkin mit Prinz Philip, dem Ehemann von Königin Elizabeth II.?
  • Die Spur führt zunächst nach Wiesbaden, wo Tochter von Puschkin – Natalia Alexandrowna mit ihrem Mann, Prinz Nikolaus von Nassau, lebte.
  • Ihre Tochter Sophie heiratete den russischen Großfürsten Michail Michailowitsch Romanow und wurde zur Großfürstin-Familie der europäischen Höfe.
  • Sophie hatte eine Tochter – Nadeschda, die später George Mountbatten, den Bruder von Louis Mountbatten, heiratete. Louis Mountbatten war der Onkel von Prinz Philip und spielte eine wichtige Rolle in dessen Leben.
  • So führt eine Familiengeschichte von Puschkins Tochter über Wiesbaden und die Romanows bis in das engste Umfeld des britischen Königshauses.
    Wer heute in Wiesbaden auf die Spuren Puschkins stößt, entdeckt damit eine überraschende Verbindung zwischen russischer Literatur, europäischem Hochadel und der britischen Königsfamilie.

Yoko Ono

  • Yoko Ono und Alexander Puschkin verbindet eine außergewöhnliche Geschichte über Generationen und Kontinente hinweg.
  • Ihre Tante Anna Bubnowa-Ono stammte aus einer russischen Künstlerfamilie mit Verbindungen zur Familie Wulf. Die Wulfs gehörten zu Puschkins engstem Freundeskreis.
  • Ihr Gut Trigorskoje war für den Dichter ein wichtiger Ort seines Lebens.
  • Yoko Ono besuchte Trigorskoje und begegnete damit einem Stück der russischen Geschichte ihrer Familie.
  • Für sie wurde der Ort zu einer persönlichen Reise in die Vergangenheit – zwischen Erinnerung, Kunst und Puschkins Welt.

„Als wäre ich nach einer sehr, sehr langen Reise nach Hause zurückgekehrt“ – Yoko Ono in Trigorskoje in Russland in Juli 2007

Literaturkritiker Tschernyschewskij über Alexander Puschkin

„Am Hofe hat man in Russland nur Französisch gesprochen. Zwar gab es auch vorher schöne Gedichte in russischer Sprache – aber als Puschkins Werke auftauchten – begriff jeder, dass man bislang gar keinen Begriff davon hatte, wie schön ein russisches Gedicht sein kann. Vor Puschkin gelang es KEINEM einem russischen Vers derartige Präzision, Ausdruckskraft und Schönheit zu geben.“